4. Forum KONSUMENTENSOLIDARITÄT-JETZT

04.10.2013

Ein T-Shirt kaufen oder eine Jean. Was soll daran schon spektakulär sein, dass es der Rede wert wäre? Beim Forum KONSUMENTENSOLIDARITÄT-JETZT konnten sich die etwa 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Bild von der globalen Textilindustrie machen. Sie ist ein Schwergewicht in Sachen Belastung und Beschädigung der natürlichen Lebensgrundlagen und in Sachen der sozialen Ausbeutung.

Nach Schätzungen der WHO sterben weltweit pro Jahr 20.000 Menschen an Pestizidvergiftung beim Baumwollanbau. Böden werden zerstört, Abwässer vergiftet. In den letzten 10 Jahren nahmen sich schätzungsweise 200.000 Kleinbauern in Indien das Leben, weil sie keinen Ausweg mehr sahen aus ihrer misslichen wirtschaftlichen Lage, in die sie von den Saatgutkonzernen hineinmanövriert wurden. Die Bilder von der eingestürzten Fabrik in Bangladesch, im April des heurigen Jahres, in der mehr als 1100 Menschen den Tod fanden, gingen um die Welt. Sie sind es, die für einen Hungerlohn unter katastrophalen Bedingungen ihre Gesundheit ruinieren, wenn sie die Kleidung nähen, die wir hier in Europa für billiges Geld kaufen.

Erfreulicherweise gibt es für Konsumentinnen und Konsumenten, die sich nicht länger auf Kosten anderer einkleiden wollen, Alternativen. Silke Giesinger: „Franziska von der Firma Kleider Grün www.kleidergruen.at in Feldkirch hielt einen detailreichen Vortrag über den Weg eines T-Shirts. Isolde Adamek www.soerecycling.at stellte zusammen mit Maria Baumschlager das von ihr auf die Beine gestellte Nähprojekt Soerecycling vor. Hierbei handelt es sich um 6 nähbegeisterte Frauen, die aus alten Jeans pfiffige neue Kleidungsstücke kreieren und damit so viel Begeisterung auslösen, dass sie bereits in ganz Österreich bekannt geworden sind.

Weiters kam kurz die Firma „Himmelschlüssel“ zu Wort, die ebenfalls Kleidung aus Naturmaterialien vertreibt. Gemeinsam haben wir dann an Ideen und Vorschlägen zum Konsumkodex 2014 – Schwerpunkt Kleidung – weitergearbeitet. Das zusammengetragene Wissen wird im Konsumkodex 2014 seinen Platz finden.

Außerdem wurde beim vergangenen Forum vom 28. Juni 2013 die Frage aufgeworfen, wie wohl nicht benötigtes Obst von Vorarlberger Bäumen zu jenen Menschen gelangen könnte, die gerne solches Obst hätten. Florian Fulterer vom Verein „Garten Unser“ www.gartenunser.org/stellte seine Idee vor, Postkarten zu drucken, die an verschiedenen Stellen aufgelegt und verteilt werden könnten. Jeder, der übriges Obst hat, sowie auch jeder, der gerne Obst hätte, soll diese Postkarte ausfüllen und an eine bestimmte Adresse schicken. So kann dann der Kontakt zwischen „Produzenten“ und „Konsumenten“, wenn man es so nennen will, hergestellt werden. Es können sich auf diesem Wege auch Leute melden, die gerne hätten, dass ihre Obstbäume mitbetreut werden. All das lässt sich regeln, wenn die Menschen miteinander ins Gespräch kommen und Begeisterung für eine Idee mitbringen. Wer sich für etwas begeistert, ist meistens auch bereit, mit anzupacken, sodass wieder etwas Schönes entstehen kann, das Sinn macht und die Menschen einander näherbringt. Sollte jemand Lust haben, an dem Projekt mitzuwirken, meldet euch bitte bei unserem Verein. 

Schließlich sprach noch Harald Mark von der Pfarre Nenzing, zu finden unter www.pfarre-nenzing.at/index-bewds.htm über die Arbeitsgruppe „Bewahrung der Schöpfung“. Unter anderem hat diese Arbeitsgruppe eine umfangreiche Liste an Nahversorgern in Nenzing und Umgebung zusammengestellt. Die Liste bietet zahlreiche Adressen und Tipps für einen nachhaltigen Einkauf. Im Vorjahr hat eben diese Arbeitsgruppe eine über 50 Seiten starke Broschüre über Themen und Anregungen um den Klima- und Umweltschutz für alle – zusammengestellt. Das Heft soll gelesen werden und anschließend aber nicht im Altpapier landen, sondern an andere Interessenten weitergegeben werden. Diesmal habe ich es endlich geschafft, dieses Heft zu ergattern. In der Broschüre ist viel Wissen gebündelt, welches auf spannende und informative Weise weitergegeben wird. Ich finde es wunderbar, all diese Menschen kennenlernen zu dürfen und mich von ihren Ideen inspirieren zu lassen.

Super, dass all diese Menschen bei KONSUMENTENSOLIDARITÄT-JETZT zusammenfinden und sich so neue Verbindungen knüpfen lassen, um auf einer noch breiteren Basis zusammenzuarbeiten.

Beim Thema „bewusster Konsum“ geht es viel ums Ausprobieren und ums Üben. Umstellungen, wie z.B. mehr mit dem Fahrrad zu fahren, oder beim Nahversorger einzukaufen, erfordern Übung. Bei manchem muss zuerst ein Stück Bequemlichkeit aufgegeben werden und es dauert so seine Zeit, bis man sich an den neuen Rhythmus gewöhnt hat. Sehr leicht fällt man auch wieder in alte Muster zurück. Mir passiert das tagtäglich. Aber wenn das Ganze spielerisch betrachtet wird und einfach immer wieder mal – vielleicht aus reiner Neugier – etwas Neues ausprobiert wird, ist schon vieles gewonnen. Gemeinsames Tun ist etwas, das verbindet und die Lebenszufriedenheit steigert. Vor allem dann, wenn es um eine gute Sache geht! Fazit: Wieder einmal war es ein schönes Treffen und ich danke dem Verein und allen Beteiligten dafür! Wieder einmal hat man die positive Energie dieser Veranstaltung gespürt. 

Der Austausch mit den verschiedenen Menschen, die spannenden Impulsreferate, die Kraft des gemeinsamen Tuns und zu beobachten, wie sich neue Initiativen entwickeln, erfüllt mich bei jedem Treffen wieder von neuem mit Freude.“

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