Vortrag von Finanzexperten Michael Zorn

13.11.2015 - Freihof in Sulz

Am 13. November 2015 durften wir im Vorfeld zu unserer zweiten Generalversammlung von KONSUMENTENSOLIDARITÄT – JETZT mit Michael Zorn einen profunden Finanzexperten für einen spannenden Vortrag willkommen heißen.

Michael Zorn berichtete uns, dass er Wirtschaft studiert hat, danach eine typische Bankenlaufbahn eingeschlagen hat, wodurch er tiefe Einblicke in das internationale Finanzwesen gewinnen konnte. Er hat miterlebt, wie die Finanzwelt immer mehr mit betrügerischen Finanzprodukten überschwemmt wurde, was bei ihm den Wunsch stärker werden ließ, an der Einführung eines menschenwürdigeren und demokratischeren Finanzsystems tatkräftig mitzuarbeiten. Dies tut er heute sehr erfolgreich, indem er als Koordinator der Regionalgruppe Vorarlberg an der Gründung der Bank für Gemeinwohl, sowie an der Vermarktung des V-Talers intensiv beteiligt ist.

Michael Zorn erklärte uns anhand vieler anschaulicher Beispiele die Mechanismen des Kapitalismus. So berichtete er uns unter anderem vom amerikanischen Hedge-Fonds-Manager John Paulson, welcher im Jahr 2008 ein Vermögen von ca. 3,7 Milliarden US-Dollar (Inzwischen ist sein Vermögen laut Wikipedia auf beachtliche 11,2 Milliarden US-Dollar gestiegen) besaß. Michael Zorn rechnete uns vor: Wenn John Paulson davon 3,69 Milliarden US-Dollar mit 1%-Verzinsung anlegt, ergeben sich daraus 3 Millionen US-Dollar „arbeitsloses“ Einkommen pro Monat, Geld, für welches er keine Gegenleistung erbringen muss. Diese Geldvermehrung muss irgendwie finanziert werden. So wandert immer mehr Geld von hart arbeitenden Menschen zu den reichsten Personen dieser Welt. Die reichsten 85 Menschen der Erde besitzen gleich viel, wie 3,5 Milliarden der Menschen der ärmeren Weltbevölkerung, teilt uns Michael Zorn mit. Dass dieses System früher oder später unfinanzierbar und dadurch kippen wird, ist absehbar.

Wie sollen wir mit diesem Wissen umgehen? Bei dieser Frage hält es Michael Zorn mit dem Visionär Buckminster Fuller: „Man schafft niemals Veränderung, indem man das Bestehende bekämpft. Um etwas zu verändern, baut man neue Modelle, die das Alte überflüssig machen“. Mit der Bank für Gemeinwohl und dem V-Taler geht es ganz konkret in diese Richtung. Es geht um die Erprobung von neuen Modellen für die Zeit nach dem Kapitalismus.

Diese Modelle stellte er im Anschluss seiner Ausführungen dar. Es handelt sich um die sich in der Gründung befindende Bank für Gemeinwohl (siehe https://www.mitgruenden.at/), sowie den V-Taler, die Regionalwährung in Vorarlberg (siehe dafür http://allmenda.com/content/vtaler). Für beide tollen Projekte werden Unterstützer gesucht. Wer ein Zeichen setzen möchte für ein nachhaltiges, faires, demokratisches Banksystem, ist hier genau richtig!  

Wir danken Herrn Michael Zorn ganz herzlich für seine umfangreichen und spannenden Ausführungen. Wir freuen uns, so einen kompetenten Mann aus dem Bereich Finanzen bei uns im Verein zu haben! Weiters danken wir den zahlreich erschienenen interessierten Besuchern, die beim Vortrag im Freihof und/oder der anschließenden Generalversammlung in Sulz dabei waren. Es war ein schöner, inspirierender Abend!

(Bericht von Silke Giesinger)

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