Bericht zum 17. Forum KONSUMENTENSOLIDARITÄT – JETZT

09.03.2018

Zum 1. Forum im neuen Jahr durften wir ca. 25 interessierte und engagierte Menschen im Eichamt in Bludenz begrüßen. Eine unserer Devisen lautet, Produkte zu bevorzugen, die in kleinen Einheiten erzeugt und vertrieben werden = kleinste sinnmachende Einheit. Ein persönlicher Bezug zum Produzenten ist ideal, denn so bleibt das Geld beim Erzeuger und Händler. Diesmal freuten wir uns ganz besonders darüber, zwei Beispiele einer kleinstrukturierten Wirtschaft präsentieren zu dürfen.

Bolter Sockenmanufaktur (Koblach):

So stellte uns Alexander Bolter seinen Familienbetrieb „Bolter Sockenmanufaktur“ vor. Bei der Firma Bolter Socken handelt es sich um die letzte Sockenstrickerei Österreichs. Produziert wird mit zwei 33 Jahre alten Bentleymaschinen, welche selber gewartet werden. 13 Handgriffe braucht es, bis die in Vorarlberg produzierten Socken fertig zum Verkauf sind. Bolter Socken ist ein reiner Familienbetrieb, der mit 3 Personen auskommt. Die Socken werden aus reiner Merinowolle produziert, welche von der Firma Schöller bezogen wird. Diese Wolle beißt nicht, sie nimmt 1/3 mehr Flüssigkeit auf als normale Wolle, sie ist zudem geruchshemmend und kann eine Woche lang getragen werden, wie Alexander Bolter schmunzelnd anmerkt. Speziell wurden auch die Kupfersocken entwickelt, bei denen ein dünner Kupferfaden eingewebt wird. Das Kupfer bewirkt eine bessere Durchblutung im Fuß und sorgt somit für besonders warme Füße. Zudem ist das Kupfer antibakteriell und tötet Gerüche ab. Wer sich von den tollen Produkten überzeugen möchte, findet die Firma Bolter Socken in Koblach, Egatha 21. Wichtig ist dabei, nach einem Einfamilienhaus Ausschau zu halten und nicht nach einem großen Firmengebäude. Ansonsten kann es gut sein, dass man die kleine Sockenmanufaktur vergebens sucht.

Die kleine Farm (Klösterle):

Karin Battisti-Jochum war die zweite Vortragende und Besitzerin eines kleinstrukturierten Familienbetriebs. Entstanden ist „Die kleine Farm“ aus einer Not. Früher hielt Karins Vater Kälber, allerdings rechnete sich dies nicht, da für den Tierarzt höhere Kosten anfielen, als für die Kälber als Gewinn erzielt wurde. Als Karin Battisti-Jochum den Betrieb übernahm, beschloss sie, sich stattdessen Hennen anzuschaffen, da es lokale Eierproduzenten und Hennen im Klostertal noch nicht gab. Wenige Zeit später wurde nach Wachteleiern gefragt, was Frau Battisti-Jochum dazu bewog, sich die ersten Wachteln zuzulegen. Inzwischen leben auf der kleinen Farm an die 500 Wachteln. Ebenso beherbergt „Die kleine Farm“ Schafe. Das eingebrachte Heu der Weiden liefert die Einstreu für die Hühner. Zum Anwesen gehört auch ein 10 Hektar großer Buchenwald. Dabei handelt es sich um den höchsten Buchenwald Vorarlbergs. Unzählige Vogelarten nisten in diesem Buchenwald, zudem umgibt dieses Anwesen eine herrliche Blumenwiese, die 69 verschiedene Pflanzen beheimatet. Karin Battisti-Jochum führt weiter aus, dass in diesen Berghöhen keine Biohaltung möglich ist und dass das Futter von Ländlefutter bezogen wird. Auch die Freilandhaltung ist aus demselben Grund nicht möglich, da gut und gerne bis 1. Mai eines jeden Jahres Schnee liegt. Stattdessen gibt es eine Bodenhaltung mit Sitzstangen und Einstreu.  Die Tiere erhalten eine normale Fütterung, ein Mästen gibt es nicht. Zum Ende ihres spannenden Vortrags verteilte Frau Karin Battisti-Jochum Wachteleier an alle Forumsbesucher.

Ausklang:

Silke lud gegen Ende der Veranstaltung noch alle Anwesenden zur Teilnahme am diesjährigen Fahrradwettbewerb ein. Der Verein wird auch heuer wieder mit einem eigenen Radlerteam an den Start gehen. Alle sind herzlich eingeladen, mit unserem Team mitzuradeln.

Wir bedanken uns herzlich bei Alexander Bolter sowie bei Karin Battisti-Jochum für die tollen Einblicke in ihre Betriebe! Ebenfalls geht unser herzliches Dankeschön an alle Anwesenden, die mit regem Interesse und viel Input unser Forum wieder zu einem gelungenen, bereichernden Abend werden ließen. 

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