Empfang zum internationalen Tag der Mutter Erde

19.04.2018 - Dornbirn

Am 19. April 2018 lud unser Verein gemeinsam mit zahlreichen Mitveranstaltern zum Empfang anlässlich des Internationalen Tages der Mutter Erde 2018 in die Fachhochschule Dornbirn. Geboten wurde ein hochspannender Vortrag von Univ. Prof. Ing. Dr. Verena Winiwarter, Wissenschaftlerin des Jahres 2013, zum Thema „Umweltgeschichte: Umgang mit naturaler Dynamik als gesellschaftliche Herausforderung“.

„Es tut sich viel, aber es bewegt sich wenig“, meint Frau Dr. Winiwarter. „Fracking hat die Ölindustrie zurückgeführt aus einer Phase, wo sie sich um mehr Effizienz und Sauberkeit bemüht hat, in eine Verschwendungs- und Verschmutzungsmentalität, der weltweite Ausstieg aus der Kernenergie bleibt ein Wunschtraum, der globale Klimawandel wird exzellent verwaltet, aber leider nicht verhindert und Kriege und Konflikte vernichten menschliches Leben und Natur, führen zu Flüchtlingsströmen und Destabilisierung.“

Die Betrachtung der Naturvorkommnisse aus der geschichtlichen Perspektive, führt zu einem erweiterten Blickwinkel und relativiert so manche Vorkommnisse unserer Zeit. So macht uns Frau Dr. Winiwarter mit ihren interessanten Folien sichtbar und erlebbar, wie klein wir als Menschen gegenüber der Natur sind. Wir sind vermutlich nur ein Augenzwinkern im Leben des Planeten. Wenn wir Umweltschutz betreiben, dann handeln wir für uns. Folglich ist Umweltschutz zugleich Menschenschutz.

Weiters weist Frau Dr. Winiwarter noch auf ein zusätzliches Detail hin: „Krieg und Nachhaltigkeit schließen einander aus. Krieg als solches ist die am meisten zerstörende Aktivität, die die Menschheit sich überhaupt einfallen hat lassen. Weil Krieg die absichtliche Zerstörung von Welt ist, ist er mit Nachhaltigkeit unvereinbar. Das Traurige ist, dass das Bruttonationalprodukt das Aufräumen von Zerstörungen belohnt. Das Bruttonationalprodukt steigt nach einer Zerstörung an, weil man sich dem Wiederaufbau widmet. Nur haben wir keine zweite Erde im Schlepptau, von der wir das Material hernehmen könnten.“

Eine der wichtigsten Bedingungen dafür, dass wir unsere Möglichkeiten zu überleben, nicht verschlechtern, ist ein anderer Umgang mit der Dynamik der Natur. Der Blick in die Geschichte zeigt uns, dass die globalisierte, industrielle Welt keine stabile Angelegenheit ist, sondern eine umfassende Mobilisierung. Ab 1950 hat eine große Beschleunigung eingesetzt, die auch den Klimawandel außerordentlich beschleunigt hat. „Die Dynamik der Natur können wir Menschen nicht kontrollieren,“ erklärt uns Frau Dr. Winiwarter, „allerdings führt unser Verhalten zu einer Verstärkung von dieser Dynamik“. Es braucht eine Transformation. Das heißt, es muss sich alles ändern. Was wir ganz sicher wissen ist: Abhängigkeit von fossiler und nuklearer Energie ist jedenfalls problematisch.

Wir tragen alle gemeinsam als Menschheit die Verantwortung über die Altlasten, wir können diese nicht auf jemanden abschieben, denn wir sind alle davon betroffen. Wir müssen gemeinsam Entscheidungen treffen, die weit in die Zukunft hineinwirken, obwohl wir immer mit Unsicherheit konfrontiert sein werden. Es wäre gut, wenn wir uns keine Wege verbarrikadieren würden, wenn wir die Welt so gestalten, dass wir uns möglichst viele Optionen offenhalten. „Handle stets so, dass die Anzahl deiner Wahlmöglichkeiten größer wird.“ Das Vorsorgeprinzip schaffe diese Wahlmöglichkeiten, führt Frau Dr. Winiwarter aus. Dazu gehöre ein vorsorglicher Zugang zu Information: „Bedenke das Ende, bevor du etwas erfindest.“ Wir wissen nicht, wie die Zukunft wird, aber wir wissen weit genug, um Handlungen zu setzen, die zu Nachhaltigkeit führen. Zentral dabei sind diese 3 Ziele:

  • Verantwortungsvoller Konsum und verantwortungsvolle Produktion
  • Ungleichheit bekämpfen
  • Keine Armut.

2.     Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frau Dr. Winiwarter, dass sie uns an ihrem enormen Wissen teilhaben ließ und ihren reichen Erfahrungsschatz mit uns teilte. Den Abend ließen wir mit anregenden Gesprächen bei einem Umtrunk und Brötchen von der Backkultur und bei wunderbarer Musik vom Duo Torres - Delis gemütlich ausklingen. 

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