Bericht zum 19. Forum KONSUMENTENSOLIDARITÄT JETZT

12.10.2018 - Rankweil

Am 12. Oktober 2018 fand unser inzwischen 19. Forum KONSUMENTENSOLIDARITÄT – JETZT in den Räumlichkeiten des Hotels „Hoher Freschen“  in Rankweil statt. Wir freuten uns, an die 20 Personen zu diesem Treffen begrüßen zu können. Es erwarteten uns wieder tolle Referate, ein angeregter Erfahrungsaustausch zwischen den TeilnehmerInnen, sowie wertvolle Tipps aus dem Alltag zum Mitnehmen. 

Yomabi Organic & Fairtrade Baby/Kinder, Mama & Yoga Shop Kinderbekleidungsgeschäft

Den Beginn machten Katharina Löschnig und Benedikt Feurstein, die uns das Bekleidungsgeschäft Yomabi vorstellten und uns einen interessanten Einblick in die Bekleidungsindustrie generell gaben. Benedikt startete mit Ausführungen über die sogenannte „fast fashion“. Dabei handelt es sich um ein Geschäftsmodell, welches von den großen Playern angewendet wird.  Die Kollektionen kommen sehr schnell hintereinander auf den Markt, sind meistens von minderwertiger Qualität und schnell austauschbar. Die Produktion dieser „fast fashion“ ist sehr umweltschädlich, sie ist mit einem hohen Ressourcenverbrauch verbunden und wird unter schlimmen ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in Ländern wie Indien oder Bangladesch hergestellt. „Nach der Ölindustrie ist die Textilindustrie der größte Verschmutzer überhaupt“, führte Benedikt aus. Die Alternative zu dieser Mode nennt sich „slow fashion“. Hier erfolgt die Rohstoffgewinnung, die Verarbeitung, die Produktion und der Transport unter ökologischen und auch sozialen hohen Standards. Zur Orientierung darüber, welche Mode zu fairen Bedingungen hergestellt wurde, gibt es Zertifikate, wie das bekannte GOTS-Zertifikat. Bei dieser Zertifizierung wird die gesamte Kette von der Herstellung der Materialien bis zum Transport unter die Lupe genommen. Bei  GOTS-zertifizierter Mode kann man sich darauf verlassen, dass man ein gutes, faires und langlebiges Produkt kauft. 

Nach Benedikts kurzen und brisanten Ausführungen zur Modeindustrie übergab er an Katharina Löschnig, welche uns ihr Yomabi-Geschäft vorstellte. Der kleine und feine Laden ist in Feldkirch, gegenüber dem Café April, zu finden. Hier gibt es Stillbedarf, Stillmode, Kinderbekleidung und Yogautensilien zu kaufen. Laut Kathi ist es in diesen Bereichen nicht einfach, ökologische Marken zu finden, aber es gibt Anbieter, die sehr zu empfehlen sind und deren Artikel es bei Yomabi zu kaufen gibt. Die Stillsachen sind die einzigen Produkte, bei denen ein kleiner Anteil an Polyester zu finden ist, dabei handelt es sich aber um recycletes Polyester. Ansonsten achtet man bei Yomabi auf Naturprodukte, wie z.B. Yogamatten in Naturkautschuk oder Wolle aus biologischer Tierhaltung und grundsätzlich GOTS-zertifizierte Produkte. Als Kinderphysiotherapeutin möchte Kathi, dass Kinder sich wohl fühlen in ihrer Kleidung und die Kinder schadstofffrei gekleidet sind. Zudem reicht es  gerade bei Kinderbekleidung oftmals aus, die Kindersachen auszulüften, anstatt sie bei jeder Kleinigkeit gleich wieder zu waschen, was wieder zu einer Energieeinsparung und Umweltentlastung führt, meint Kathi. Auch wiederverwendbare Monatshygiene gibt es bei Yomabi zu kaufen, sowie Schnuller und Beißringe aus Naturmaterialien, sowie vieles mehr. Man bekommt so richtig Lust, bei Yomabi einzukaufen, wenn man all diese kleinen Details, auf die bei Yomabi in Hinsicht auf Nachhaltigkeit, Umweltschutz und soziale Standards bei ihren Produkten geachtet wird, hört. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Kathi und Benedikt für ihre spannenden Präsentationen. 

Caruso Carsharing

Als zweiten Referenten begrüßten wir Peter Troy von Caruso Carsharing, welcher uns mit der Idee des „Autoteilens“ vertraut machte. Er führte einleitend aus, dass sich die Mobilität aus einer Notwendigkeit heraus wandle. Oberste Priorität habe der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, gleichzeitig können Wege zum Bus ruhig zu Fuß gegangen werden, auch der Ausbau der Radwege sei eine wichtige Priorität. Aber für die Wege, für die ein Auto noch gebraucht wird, sollte – wenn möglich - Carsharing in Anspruch genommen werden. Hier hat man die Auswahl zwischen verschiedenen Autogrößen. So kann für Wege in die Stadt ein kleineres Auto gemietet werden, aber für den Umzug in ein neues Heim ein großer Wagen reserviert werden. Die Inanspruchnahme von Carsharing ist platzsparend, so müsste in Zukunft für den Wohnungsbau nicht mehr so viel Platz für Parkplätze verbraucht werden und es müssten auch nicht mehr an die € 20.000,-- für den Kauf einer Garage bzw. eines Parkplatzes bezahlt werden. Bei Carsharing ist auch die erneuerbare Energie ein wichtiges Thema, es sind zwar noch Autos mit Verbrennungsmotoren im Einsatz, aber mittlerweile werden nur noch Elektroautos für das Carsharing angeschafft. Weiters erklärt uns Peter Troy das Grundprinzip von Carsharing.  Das Auto wird entweder mittels einer Mitgliedskarte oder einer App aufgesperrt unter der Voraussetzung, dass es vorher über das Internet reserviert wurde und man zur reservierten Zeit beim Auto ist. Mit einer Karte lassen sich alle Carsharing-Autos öffnen. Bezüglich der Kosten führt Peter Troy aus, dass die Grundmitgliedschaft pro Monat € 10,-- kostet. Der Rest in Höhe von € 2,-- pro Stunde und 30 Cent pro Kilometer fällt nur dann an, wenn wirklich mit dem Auto gefahren wird. Enthalten sind in diesem Preis Werkstattkosten, die Stromkosten, die Versicherung, Autwäsche, Pickerl usw. Die Zielgruppen sind Wenigfahrer, umweltbewusste Menschen und solche Menschen, die ihre Fahrten gut vorausplanen können. Das Auto kann einfach online am PC oder am Smartphone über www.carsharing.com gebucht werden. Nähere Infos zum Carsharing gibt es ebenfalls auf dieser Homepage zu finden. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Peter Troy für sein Kommen und hoffen, dass immer mehr Menschen das Angebot von „Caruso carsharing“ nützen, anstatt sich selber ein Auto anzuschaffen. 

Austausch und Praxistipps:

Nach der Verlosung für den Fahrradwettbewerb 2018 (finde hier die entsprechende Nachlese direkt unter diesem Bericht) präsentierte uns unter anderem noch Harry praktische, umweltschonende Tipps aus dem Alltag. Er stellte uns eine regional produzierte Rasierseife, abgefüllt im Glas, vor. Sie wurde von einer Dame aus dem Montafon hergestellt, die dieses Produkt aber leider nicht mehr lange macht. Ähnliche Produkte gibt es aber in den Bioläden zu kaufen. So können auch Seifen, verpackt in Papier anstatt in Plastik, für Haarshampons, Flüssigseife und Duschgels verwendet werden. Zu erwerben gibt es diese Produkte unter anderem in den Bioläden, sowie auch bei Himmelschlüssel, beim Hummelhof von Tanja Moser oder auch in Coris plastikfreiem Laden in Satteins. Nach einem regen Austausch und vielen Tipps, sowie einem Rückblick auf die vergangenen und einem Vorausblick auf die kommenden Veranstaltungen von KONSUMENTENSOLIDARITÄT JETZT beendeten wir diesen sehr informativen Abend. Wir bedanken uns wieder ganz herzlich bei allen, die an unserem 19. Forum teilgenommen haben. 

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