Konsumieren mit Weitblick - Bericht zum 20. Forum KONSUMENTENSOLIDARITÄT - JETZT

08.03.2019 - Dornbirn

Am 8. März 2019 fand im Rahmen der Ausstellung „Wir essen die Welt“ der Inatura unser mittlerweile 20. Forum KONSUMENTENSOLIDARITÄT-JETZT statt, diesmal in Kooperation mit der Inatura und der Caritas Vorarlberg. Zu diesem Jubiläumsforum baten wir unsere „Firmenmitglieder“ im Bereich Lebensmittel vor den Vorhang. Hier erhielten sie eine Plattform, sich den interessierten Besucherinnen und Besuchern zu präsentieren und ihren persönlichen Werdegang, sowie ihre Beweggründe für ihr engagiertes Tun im Bereich Regionalität, Umweltschutz und sozialer Verantwortung zu skizzieren. Weiters erhielten die Mitwirkenden die Möglichkeit, ihre Produkte zu präsentieren und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Daraus entstanden persönliche und lebendige Berichte und Beispiele von Menschen, die vom kritischen Hinterfragen der aktuellen Entwicklungen ins Handeln gekommen sind und damit bereits Zukunftsweisendes erreicht haben.

Den Anfang machte Michael Zündel von der Caritas Vorarlberg, der über die Sonderausstellung „Wir essen die Welt“, welche noch bis 8. September 2019 in der Inatura zu sehen ist, sprach. Im Rahmen der Ausstellung bekommt jeder Besucher und jede Besucherin Hintergrundinformationen über die Herkunft unseres Essens. Es werden Wege und Lösungen aufgezeigt, wie „Essen“ umweltfreundlicher gestaltet werden kann. Auch an Tipps für den Alltag mangelt es nicht. Einen Besuch der Ausstellung möchten wir allen KonsumentInnen gerne ans Herz legen.

Bertram Martin vom Martinshof sprach anschließend über seinen Vorzeigehof in Buch, bei dem die Tiere in artgerechter Haltung leben dürfen und der Strom nahezu zu 100% aus der eigenen Photovoltaikanlage gewonnen wird. Selbst die Verpackung der Waren besteht aus einer Zellulosefolie, die komplett aus FSC-zertifiziertem Holz hergestellt wird.

Karin Battisti-Jochum präsentierte ihren Hof „Die kleine Farm“, der sich unter anderem auf die Produktion von Wachteleiern spezialisiert hat. Das Anwesen besteht aus einem 10 Hektar großen Buchenwald, in welchem unzählige Vogelarten nisten. Die Blumenwiese beheimatet mindestens 69 verschiedene Pflanzen.

Manuel Kirisits stellte die Organisation Bio Vorarlberg vor, welche die Dachorganisation der zahlreichen Biobetriebe in Vorarlberg darstellt. Sämtliche Belange - von der Interessensvertretung bis zur Produktionsberatung – werden von Bio Vorarlberg für die Biobetriebe übernommen.

Tanja Moser vom Hummelhof hat unter anderem gemeinsam mit der Firma Zotter die kostbaren Erträgnisse aus ihrer Magerwiese zu einer leckeren biologischen „MagerheubühelGold-Schokolade“ verarbeiten lassen, die an diesem Abend auch verkostet wurde. Weiters verarbeitet sie die Wolle ihrer Mohair- und Kaschmirziegen zu wunderbaren bunten Knäueln, aus denen dann Kunstwerke, wie z.B. Schals, entstehen können.

Frau Elisabeth Pescoll führt den Weltladen Bregenz. Seit zwei Jahren wird der Weltladen Bregenz im Rahmen eines einzigartigen Projekts auch von SchülerInnen des Marienbergs unterstützt, welche jeweils einen Halbtag pro Woche im Weltladen mitarbeiten und dort in verschiedene Geschäftsbereiche, wie Marketing, Einkauf, Personal und Finanzen hineinschnuppern können.

Arno Riedmanns Einkaufsmarkt Riedmann in Altach gehört eigentlich zu ADEG und damit zum REWE-Konzern. Arno Riedmann beschloss, eigene Wege zu gehen, um sein Sortiment um möglichst viele regionale Produkte zu erweitern. Dies gibt vielen regionalen Produzenten die Möglichkeit, ihre Produkte in seinem ADEG-Markt zu verkaufen. Riedmann ist ein Beispiel dafür, wie man in einem bestehenden System durch Selbstinitiative und beherztem Handeln viele kleine Veränderungen umsetzen kann, die zu mehr Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Umweltschutz und mehr Regionalität führen.

Leo Simma schilderte seinen Lebenslauf und sprach über das Garten Eden Projekt. Hier setzt er sich dafür ein, dass sich im Rahmen des Projektes jeweils 2 – 3 Gemeinden zusammentun, welche an Zielen, wie „Keine Verwendung von Spritzmitteln“, „Erzeugung von Lebensmitteln in der Gemeinde“ und der „Gestaltung von kurzen Wegen für Lebensmitteln“ arbeiten.

Schließlich berichtete Rupert Lorenz, der als Bäcker neue Wege geht, von der Backkultur Göfis. Er möchte das natürliche Bedürfnis der Menschen nach gesunder und nachhaltiger Ernährung erfüllen. Dafür hat er sich unter anderem ProduzentInnen gesucht, die sich in einem Umkreis von möglichst wenigen Kilometern zu Göfis befinden und ihm die wertvollen Rohstoffe liefern. Seine Produkte werden außerdem von Hand gefertigt.  Die Nachfrage ist größer als das Angebot. Dies ist auch der Grund, weswegen es zu keiner Überproduktion kommt.

Nach diesen lebendigen Präsentationen gab es die Möglichkeit, die Vortragenden an ihren Ständen zu treffen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, sowie die Produkte zu verkosten. Ein Ausblick auf die kommenden Veranstaltungen von KONSUMENTENSOLIDARITÄT-JETZT rundeten diesen Abend ab.

Wir freuen uns außerordentlich, dass wir zu dieser Veranstaltung 90 BesucherInnen willkommen heißen durften. 10% davon sind anschließend unserem Netzwerk KONSUMENTENSOLIDARITÄT-JETZT beigetreten. Dies zeigt uns, dass wir mit unserem neuen Format für die Forumsveranstaltung auf dem richtigen Weg sind und dieses Konzept, auch in Kooperation mit anderen Partnern, großen Anklang findet. Unser herzlicher Dank geht an alle Mitwirkenden und HelferInnen, die unser 20. Forum zu einem besonders wertvollen und bereichernden Abend machten! 

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