Bericht zum 21. Forum "KONSUMENTENSOLIDARITÄT - JETZT" zum Thema Textilien und Kleidung - ökologisch und fair Kooperation mit der HTL Dornbirn

16.10.2019 - HTL Dornbirn

Unser 21. Forum KONSUMENTENSOLIDARITÄT – JETZT stand ganz im Zeichen des wichtigen Themas „Textilien und Kleidung“. Dazu luden wir am 16. Oktober 2019 in die HTL in Dornbirn. SchülerInnen und Lehrpersonal der HTL Dornbirn zeigten uns dazu einige ihrer tollen Projekte und Diplomarbeiten, die sie rund um dieses Thema durchgeführt haben. Außerdem präsentierten sich 8 unserer Firmen-Vereins-Mitglieder aus dem Bereich Textil unserem interessierten Publikum. Wir freuen uns sehr, dass wir an die 100 Gäste an diesem Abend begrüßen durften, darunter auch zahlreiche SchülerInnen.

Präsentationen der HTL Dornbirn

Zu Beginn begrüßten sowohl der Direktor der HTL Dornbirn, Herr Prof. Mag. Dr. Michael Grünwald, sowie auch unser Obmann Hubert Feurstein die Anwesenden. Anschließend sprach Frau Annemarie Prirsch, Lehrerin an der HTL Dornbirn im Ausbildungsbereich Mode- und Produktionstechniken, über die Wege, mit der die LehrerInnen der HTL Dornbirn versuchen, die SchülerInnen für Themen wie Qualität und ein nachhaltiges Konsumverhalten zu sensibilisieren. Zum einen werden diese Themen im Unterricht behandelt, zum anderen wird durch Schul- und Klassenprojekte die Begeisterung der SchülerInnen an diesen Anliegen geweckt. So werden die Schul-T-Shirts der HTL Dornbirn regional und in hochwertiger Qualität hergestellt. Auch wurde sowohl im Jahr 2018 als auch im Jahr 2019 zum Gedenken an das Rana-Plaza-Unglück jeweils ein Fashion Revolution Day abgehalten, bei dem unter anderem gezeigt wurde, zu welch schmutzigen Bedingungen die Menschen in der Textilindustrie unsere Mode herstellen müssen. Dabei wurden SchülerInnen aller Ausbildungsbereiche, die die HTL bietet, in die Veranstaltung eingebunden.

Anschließend an dieses Referat präsentierten die Schülerinnen und EU-Junior-Botschafterinnen der Schule, Laura Blodnig und Emily Gmeiner, Auszüge aus ihrer Diplomarbeit, bei der sie anhand der Eco-Lace-Spitze von Tessitura Colombo und einem nachhaltigen Jerseystoff der Firma Feinjersey zeigten, wie Unternehmen umweltbewusst arbeiten und wie diese zu ihren nachhaltigen Stoffen gelangen. Danach präsentierten drei Schüler aus dem Bereich „Chemie“ ihre Diplomarbeit, für welche sie die Etiketten von PET-Flaschen auf gesundheitsschädliche Stoffe untersuchten. Die Ergebnisse der Untersuchungen haben die Schüler an die Firma ALPLA weitergeleitet.

Als nächstes sprach eine Schülerin über ihre Diplomarbeit zu Re-Electronics 3.0, ein Projekt, welches das Ziel verfolgt, eine bessere Recyclingmethode für Elektroschrott zu finden. Die Schülerin berichtete unter anderem, dass in Österreich jährlich 83.000 Tonnen Elektroschrott anfallen und davon nur 10 - 25% richtig recycelt werden. Der Rest wird mit Schiffen illegal nach Afrika oder Asien weitergeführt, wo diese unter umweltzerstörerischen und gesundheitsschädlichen Bedingungen zerkleinert werden, um wertvolle Metalle herauszulösen.

Ein weiteres Experiment, welches von den Schülern präsentiert wurde, setzte sich mit der Frage auseinander, was in einem T-Shirt denn so alles an chemischen Stoffen enthalten ist. Die T-Shirts wurden in Prüfverfahren auf giftige Schwermetalle getestet, weiters wurde geprüft, wie gut der Farbstoff auf dem Textil haften bleibt und wie es mit dem PH-Wert der Haut aussieht, wenn die Textilien getragen werden.

Neben Themen wie die Nanotechnologie und  die Schädlichkeit von PFCs in Outdoor-Produkten sprach im Anschluss Schulleiter Michael Grünwald auch über Gütesiegel, und er beendete seine Präsentation mit praktischen Tipps für uns KonsumentInnen für den Bereich Textilien.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den SchülerInnen und dem Lehrpersonal in der HTL Dornbirn für ihre fachkundigen und spannenden Vorträge!

Unsere Mitgliederfirmen aus dem Bereich Textilien:

Im Anschluss an diese mit vielen Informationen gespickten Präsentationen der HTL Dornbirn, holte Hubert unsere anwesenden Mitgliederfirmen aus dem Bereich „Textil“ aufs Podium und gab ihnen die Gelegenheit, sich kurz allen Anwesenden vorzustellen und ihre nachhaltigen Geschäftsmodelle zu präsentieren.

Helgard Dilsky von der Firma Himmelschlüssel gab uns persönliche Einblicke in ihre Firmengeschichte. So führte ursprünglich die Allergie ihres Sohnes zu der Gründung ihrer Firma, bei der es mittlerweile von Unterwäsche bis zu naturbelassenen Wolldecken und Babyausstattung alles zu kaufen gibt. Johannes Falsch sprach über sein Geschäft Lebarte in Feldkirch, bei dem es alles Mögliche um das Thema „Schlaf“, inklusiver fachkundiger Beratung und Schlafhygiene, zu erstehen gibt, so auch viele Produkte, die aus Naturmaterialien hergestellt worden sind.

Tanja Moser vom Hummelhof erzählte von ihrer Mohair- und Kaschmirziegenzucht am Bürserberg. Sie verkauft die Wolle ihrer Ziegen, sowie ihre Seifenprodukte auf Märkten und sorgt für geschlossene Kreisläufe in ihrer Produktionskette. Siegfried Schalk von GEA Rankweil sprach über seinen Schuh- und Möbelverkauf der bekannten Marke „Waldviertler“. Er mahnte Achtsamkeit beim Schuhkauf ein, da sich viele Schadstoffe durch den Schweiß von den Füßen lösen und von dort in den Körper transportiert werden. Katharina Löschnig präsentierte ihr Geschäft Yomabi, in dem es Produkte aus hochwertigen, ökologischen Naturmaterialien um das Thema „Yoga, Mama und Baby“ zu kaufen gibt.

Zu ihrer Intention hinter der Firmengründung  von Kleider Grün wies Franziska Wolf darauf hin, dass ein weißes T-Shirt von „Fruit of the loom“ um EUR 1,99 verkauft wird, hier aber etwas nicht stimmen kann, weil ein T-Shirt um so einen Preis nie produziert werden kann, ohne dass Menschen dabei auf der Strecke bleiben. Deswegen hat sie sich auf die Suche nach Firmen gemacht, die nachhaltig, in Bioqualität und fair arbeiten, was dann zu ihrer Firmengründung von Kleider Grün geführt hat.

Petra Srienz vom Weltladen Bregenz wies stellvertretend für alle Weltläden im Land darauf hin, dass die ganze Produktionskette in der Bekleidungsindustrie zum Großteil katastrophal ist in Bezug auf die Chemikalen, die in den Produkten sind, aber auch aus Sicht der Arbeitsbedingungen für die Menschen, die die Bedürfnisse unserer Konsumgesellschaft befriedigen müssen. Der Weltladen bietet als Alternative Ware von Fair-Trade-Lieferanten an, die in den allermeisten Fällen auch biologisch zertifiziert sind.

Zu guter Letzt berichteten Isolde Adamek und Evi Kettner über ihr großes gemeinsames Hobby Windlkind. Dort bieten die beiden Frauen eine Stoffwindelberatung an. So kann pro Kind 1 Tonne Windel-Müll gespart werden, zudem ist das Wickeln ein Zeitgeschenk für das Kind und dient auch als Achtsamkeitspflege. Auch an Kosten können EUR 1.000 eingespart werden durch die Benutzung von Stoffwindeln.

Markt und Ausklang:

Nach diesem umfangreichen Input an diesem Abend in der HTL Dornbirn gab Hubert noch einen kurzen Überblick auf unsere kommenden Vereinsaktivitäten. Anschließend verwies er auf den Besuch des Marktes, wo es die wie immer gern genutzte Möglichkeit gab, nochmals mit den SchülerInnen und Lehrpersonen der HTL Dornbirn zu sprechen und zudem mit den einzelnen FirmengründerInnen in Kontakt zu treten und deren Produkte zu bestaunen.

Bei Brötchen von Back Kultur und Getränken ließen wir den Abend eifrig diskutierend ausklingen. Herzlichen Dank auch an unsere teilnehmenden Mitgliederfirmen, die uns wieder einmal gezeigt haben, wie es mit Mut, Begeisterung, Durchhaltevermögen und Eigeninitiative gelingt, nachhaltige Geschäftsideen umzusetzen und damit wiederum Vorbildwirkung auf viele andere Menschen haben, die von diesen Produkten und ihrem Tun inspiriert sind. 

Bericht von Silke Giesinger

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